Sekundarschule in Laufen

(Quelle: "150 Jahre Sekundarschule Laufen", Walter Debrunner, S. 7ff)



Geschichte der Sekundarschule Laufen              Bericht von Christian Scheurer (bis 2009)

  Archiv

1815 Wiener Kongress > Kantone führen allgemeine Schulpflicht ein

Unterricht: meist von Oktober bis März
Ausbildung der Lehrer: so kärglich wie ihr Lohn zu jener Zeit!
(siehe auch: "Leiden und Freuden eines Schulmeisters", Jeremias Gotthelf, 1837
Später Ausbildung in Lehrerseminaren im Sinn und Geist von Heinrich Pestalozzi (1746-1825)

Erstes "Schulhaus" in Laufen:
Wassertorgasse Ostseite zwischen Hauptstrasse und Viehmarktgasse
(heute Möbelhaus Imhof)
1826: für damalige Verhältnisse stattliches Schulhaus
zwei Unterrichtsräume und Lehrerwohnung neben der Katharinenkirche (heute Museum)

Ab 1837: zwei Sekundarschulklassen auf Anregung von Gewerbe, Handel und Klerus: 
Alle erhofften sich
besser ausgebildete Arbeitskräfte oder Übertritte ins Priesterseminar!
Erste Lehrer: Abbé Huglin und Abbé Boder
20 Schüler aus Laufen und 5 aus Nachbargemeinden bestanden die erste Aufnahmeprüfung
Erste Schulräume: gegenüber der Primarschule (heute Mamie Radio/TV)
6 obligatorische Schuljahre

1845: Schliessung der Sekundarklassen!
Grund: Intrigen eines Lehrers, Schülerzahlen nahmen ab, kein anderer Lehrer wollte
1843 die Nachfolge von Abbé Fiala antreten; 1845 nur noch 6 Schüler!
Deshalb verweigert das Erziehungsdepartement jede weitere Finanzierung.

Gewerbe, Handel und Industrie erfahren starken Aufschwung, jedoch nicht im Laufental.
1855 wird deshalb eine Wiedereröffnung der Sekundarschule angeregt.
Die bernische Regierung übernimmt für 6 Jahre die Finanzierung.
Neue Lehrkräfte: Vikar Johann Halbeisen und cand.phil. Peter Cueni

1856: Im Frühjahr Neueröffnung mit 12 Schülern in der Oberstufe und 21 Schülern in der Unterstufe

Für Leute mit Geduld sind nebenan einige alte Dokumente abrufbar!

1862: neues, grosses Primarschulhaus an der Baselstrasse, die Sekundarschule 
zieht ins alte Schulhaus (heute Museum)

1877: Erweiterung der Sekundarschule auf 3 Klassen, Umzug ins Primarschulhaus

1911: Anfügung einer 4. Sekundarklasse: in der Kegelbahn (!) am Grabenweg
Umzug ins alte Stadthaus neben dem Obertor, dann ins alte kleine Schulhaus

1937: Bezug eines Erweiterungsbaus an der Baselstrasse: weitere Schulräume
(3 Primar, 2 Sekundar), Aula und Turnhalle (damals 8 obligatorische Schuljahre)
ab 1957 9 obligatorsche Schuljahre (Platzprobleme!)

Mit der Verbesserung der Wirtschaftslage erhöhte sich auch der Andrang an die 
Sekundarschule: bis zu 120 Kinder wurden für die Pruefungen angemeldet!
Aus Platzgründen konnten jedoch nur 34 Kandidaten aufgenommen werden.

1964: Da sich die wirtschaftliche Lage gebessert hat. erhält die Sekundarschule
ihr eigenes Haus: Standort wie noch heute: Kundmatt/Brislachstrasse/Langhagweg
Bisher gab es insgesamt zwei Erweiterungsbauten für diverse Klassenzimmer
sowie für Spezialräume (Chemie, Physik, Vorbereitungsräume).

1994: Mit dem Kantonswechsel von Bern zu Baselland fallen alle Aufnahme-
prüfungen weg.

1997: Zum ersten Mal treten keine 5.-Klässler in die Sekundarschule ein. Sie werden
von nun an in der Primarschule unterrichtet. Die Sekundarschule wird kleiner!

2002 werden in diesen Gebäuden 11 Sekundarklassen sowie 5 Quartierklassen
der Primarschule unterrichtet. Obwohl im Kanton
Baselland "nur" 4 Altersstufen
die Sekundarschule besuchen, dafür
aber ein grösserer Anteil eines Jahrganges
in die Sekundarstufe
übertritt, ist mit baldigem Mehrbedarf an Schulraum zu rechnen!

2004: Mit dem neuen Bildungsgesetz bleibt kaum ein Stein auf dem anderen,
wenigstens was die Schulorganisation betrifft. Die Sekundarstufe 1 umfasst nun alle
Klassen ab dem 6. Schuljahr: 
Die ehemalige Realschule ist nun das Niveau A, die allgemeine Abteilung der
Sekundarschule von früher nennt sich nun Niveau E, nur das ehemalige Progymnasium
behält seinen Status im Laufental.
Im Schulhaus an der Brislachstrasse tummeln sich nach wie vor die Quartier-Primar-
klassen 1 - 5.  Das ganze Niveau E umfasst im Schuljahr 2004/05 noch 9 Klassen mit
knapp 200 Schülerinnen und Schülern.
Dann ist noch eine Sek-Klasse Niveau A hier
untergebracht, da es an der Baslerstrasse zu wenig Raum hat.
Der oben erwähnte Bedarf an mehr Schulraum wird sich mit der Forderung, dass die
ganze Sekundarstufe 1 unter einem Dach sein soll, je länger je mehr stellen.
Die Finanzlage des Kantons dürfte eine Verwirklichung jedoch noch einige Jahre
hinauszögern.



Wie geht es weiter?           Bericht von Dominique Leemann

2013: "Alle unter einem Dach"
Die Quartier-Primarschulklassen ziehen von der Brislachstrasse ins neue Schulhaus
Serafin an die Baslerstrasse und das Niveau A zieht definitiv an die Brislachstrasse.
Einzig die Röschenzer Klasse hat noch keinen Platz in Laufen.

2015: Zum ersten Mal treten keine 6.-Klässler in die Sekundarschule ein.
HarmoS verlangt sechs Primarschuljahre und drei Sekundarschuljahre.
Die letzte Röschenzer Klasse zieht nach Laufen, so dass seit August 2015 alle
Niveau A- und E-Klassen unter einem Dach vereint sind.

- Prüfungsdokument April 1840

- Prüfungsdokument Mai 1871

- Notenblatt 1842

- Quartalsnoten 1871/1872

- Zeugnisformular Kanton Bern 18..

- Seite aus einem Reisebericht 1911





Schülerzahlen zum Vergleich:

1837:

Beginn mit 25 Schülern
in 2 Klassen
(nur Niv. E)
6 Jahre Schulpflicht


1856
:

Wiedereröffnung mit 33 Schülern
in 2 Klassen
(nur Niv. E)
6 Jahre Schulpflicht


2001/2002
:

208 Schülerinnen und Schüler
in 11 Klassen (nur Niv. E)
9 Jahre Schulpflicht


2012/2013
:

Niveau A 191 / Niveau E 190
Total 381 Schülerinnen und Schüler


2015/2016
:

Niveau A 140 / Niveau E 128
Total 268 Schülerinnen und Schüler

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